Bau- und Nutzungsgeschichte des Hauses
Das Haus der ehemaligen Metzgerzunft einst Gasthaus zur Metzgern, steht traufständig und daher mit ostwestlich gerichtetem First an der Südseite des Weinmarktes, des ehemaligen Fischmarktes. Bis 2025 war das Gasthaus zur Metzgern eine Gastronomie. Die Fassadenmauer zeigt gegen Norden zum Weinmarkt die Rückseite gegen Süden, zu Reuss, hin, wo unmittelbar daneben das Zunfthaus zu Schneidern steht. Osten liegt daher in Richtung Kornmarkt, Westen in Richtung Mühleplatz. Der Eingang öffnet sich nicht wie an den anderen Häuser vom Platz her, sondern ist durch einen Durchgang (Metzgernbögli) zu erreichen, der an der östlichen Seite des Hauses entlang verläuft und zum Brandgässli führt. Dieses trennt die Häuserzeile am Weinmarkt bzw. an der Kornhausgasse von derjenigen, die am Reussufer, Unter de Egg stehen. Über dem Eingang zum seitlichen Gang ist das Datum 1529 angebracht.
Die drei Obergeschosse des Hauses belegen auch die Fläche des Durchgangs, womit sie einem grösseren Grundriss aufweisen als das Erdgeschoss. Der langgestreckte Grundriss misst vom Weinmarkt bis zur südlichen Fassadenmauer am Brandgässli 8,50 x 15,50. (ungefähre «Aussenmasse»). An der Rückseite schliesst jedoch ein weiterer, um den Durchgang schmalerer Flügel an. Er nimmt eine Fläche von 7 x 6m ein und besitzt vier Obergeschosse. Seine östliche Fassadenmauer steht am Brandgässli. Das gesamte Haus erreicht damit eine Länge von 21,50 m. Der Zugang erfolgt von der Ostseite her, über ein Treppenhaus und der südöstlichen Ecke des Hauses.
Das Haus Metzgernzunft wird an seiner heutigen Stelle erstmals 1333 erwähnt. Bis 1873, als sich die Zunft auflöste, verblieb es in deren Besitz. Bezeugt ist ein Neubau zwischen 1529 und 1533, der weitgehen dem heutigen Gebäude entsprach, jedenfalls was den «Rohbau» betrifft.
Im 1. Obergeschoss befanden sich früher die Gaststube – denn die Zunfthäuser dienten auch als Wirtschaften – und im 2. Stock lagen die Zunftstube sowie weitere Räume. Die repräsentative, zum Weinmarkt gerichtete Fassade deutet dies noch heute durch die grosszügige Befensterung an. Seit seinem Bau wird das Gebäude als Hotel genutzt und bietet Gästen eine besondere Atmosphäre mit historischem Charme. Die Staffelfenster des 1., die Kreuzstockfenster des 2. und die Zwillingsfenster des 3. Obergeschosses sind in spätgotischer Manier mit einer Doppelkehle verziert. Auf der Seite des Brandgässli sind die Fenster einfacher, nämlich mit einer weiteren Kehle geschmückt. Aber auch hier öffnen sich die qualitätsvolle Zwillings-, Kreuzstock- und Staffelfenster. Die ehemaligen Kreuzstockfenster im 1. Stock des kleinen Flügels dürfte sich schon zur Zeit des Zunfthauses in die Küche geöffnet haben. Reichen die Fenster an der schmalen, gegen die Reuss gewendeten Fassade des «Hauptteils» bis zum 3. Obergeschoss, so enden sie an der Fassade des zurückgesetzten Flügels nur bis zum 2. Stock. Darüber folgen jüngere Fenster, darunter sicherlich diejenigen, die mit der für 1834 verbürgten Aufstockung entstanden sind. Diese erfolgte, nachdem das Quartier 1833 bei einem Grossbrand zerstört worden war. Das Haus der Metzgerzunft war das westlichste Haus, dass vollständig erhalten war. Unter den in jüngerer Zeit folgenden Umbauten, die das Äussere der originalen Fassadenmalerei und das Innere der ursprünglichen Organisation des Erdgeschosses sowie der originalen Ausstattung weitgehen beraubten sind für unsere Untersuchungen wichtig: Die 1908 erfolgte Ersetzung des Satteldachs des hinteren Gebäudeteils durch ein Flachdach, der Ausbau des unteren Dachgeschosses zum 4. Stock sowie der Umbau des 3. Stockes im Jahr 1952.
Bau- und Fassadengeschichte
- Bau des Hauses durch die Zunft der Metzgern
1529 – 1533 - Fassadenmalerei, die zeitlich nicht eingeordnet werden kann
1533 – 1873 - Verlust des Daches nach Brand, Neubau des Daches
1833 – 1834 - Bemalung der Fassade durch den Maler Joseph Balmer im Auftrag von Adalbert Müller-Peter, Gebäude wird vom Zunfthaus zum Gasthaus, Zunft löst sich auf
1873 - Baubewilligung für einen Aufbau (Erhöhung um ein Stockwerk) / Gasthaus zu Metzgern "jetzt Schwert genannt"
1876 - Bemalung der Fassade durch den Maler Joseph Balmer
1884 - Renovierung der Fassadenmalerei durch den Maler Albert Benz
1889 - Anbringung des Wirtshausschildes von Johann Meyer
Vor 1897 - Baubewilligung für einen Waschkücheneinbau und eine Dachterasse
1908 - Neugestaltung der Dachuntersicht mit Gipskartonplatten
Nach 1925 - Renovierung der Fassadenmalerei, Auftraggeber Hotelier Kasper Hodel
1937 - Baubewilligung für einen Schaufenstereinbau
1937 - Kernsanierung vom 2. und 4. OG. Einbau von vier Wohnungen inkl. Erneuerung vom Dach
2000 – 2001 - Dach- und Dachuntersichtssanierung
2001/2002 - Restaurierung / Konservierung der Fassade vom Zunfthaus zur Metzgern
2005 - Sanierung Metzgernbögeli
2011 – 2012 - Kernsanierung 1. und 2. OG, Einbau von vier Wohungen
2015 – 2016 - Umbau 3. - 5. OG inkl. Einbau der Wohnung im 5. OG
2017 – 2018 - Restaurierung Gewölbekeller
2018 - Restaurierung Ladenlokal und Metzgernbögli
2020 - Restaurierung Treppenhaus EG - 1. OG
2021 - Sanierung Wasserleitungen, E-Graben, Erneuerung Gewölbekeller und Metzgernbögli
2024 – 2025