Während des 19. und frühen 20. Jahrhundert zählte die Renggli-Familie zu den namhaften Künstlerfamilien von Luzern. Jean Renggli der Ältere (1846 – 1898) und sein Sohn Jean Renggli der Jüngere (1872-1938) prägten als Maler das kulturelle Leben der Innerschweiz. Die Werke von den Malern weisen eine akademisch geprägte Malweise auf, behandeln historische und religiöse Themen und zeigen eine Neigung zur landschaftlichen Darstellung. Sie spiegeln damit die zentrale Entwicklung der Schweizer Kunstszene im Übergang vom Historismus und der Moderne.
Jean Renggli der Ältere wurde am 17. Juli 1846 in Werthenstein geboren. Verheiratet war er mit Rosa Josefina Pfluger im Jahre 1872. Sie hatten sechs Kinder, darunter zwei Söhne (Jean und Eduard) und vier Töchter. Nach seiner Lehre als Architekt in Neuenburg fing er sein Kunststudium in Paris, London und Rom an. 1871 kehrte er nach Luzern zurück, wo er als Maler seine eigene Galerie und sein Studio errichtete. Ab 1875 war er als Zeichenlehrer in Luzern tätig und Mitgründer der Luzerner Gewerbsschule. Seine Werke bestehen aus historischen, religiösen und Genre-Bilder sowie Fresken und Glasmalereien. Eines seiner bedeutenden Werke zählt: Der Rütlischwur (1891), dass das nationale Symbol aufgreift.
Jean Renggli der Jüngere war im Jahr 1872 in Luzern geboren. Auch er studierte Kunst in Paris und der Accademia di San Luca in Rom. Er wurde danach in Luzern für seine Genreszenen bekannt. Jean Renggli der Jüngere eröffnete sein eigenes Atelier und malte Portraits und Historienbilder. Seine Werke befinden sich heute in städtischen Sammlungen u.a. im Luzerner Kunstmuseum.
Jean der Ältere beschäftigte sich mit historischen und religiösen Kleidungsszenen sowie Glas- und Freskenmalerei, was charakteristisch für die akademische Historien und Genrekunst des 19. Jahrhunderts war. Jean der Jüngere übernahm die Genre -, Historien- und Landschaftsmalerei mit einem realistischen bis leicht impressionistischen Ansatz, was stark von seinem Auslandsstudium beeinflusst.